Costa Rica’s Karibikküste

¡Hola, como estas? Hallo, wie geht’s dir? So fällt hier üblicherweise die Begrüßung aus. Auf diese Sätze sind wir mittlerweile vorbereitet und können darauf antworten. Nur nicht auf weitere Nachfragen :-).

Nachdem wir den ersten „Schock“ und die Zeitumstellung verarbeitet hatten, machten wir uns am vierten Tag mit unserem Gepäck 🙂 auf die Reise Richtung Karibikküste. Genauer gesagt zur feuchtesten Region Costa Ricas – dem Nationalpark Tortuguero. Um das gleichnamige Dorf inmitten des Dschungels – vollständig von Wasser umgeben – zu erreichen, gibt es zwei Wege. Einmal per kleinem Flugzeug oder per Boot. Unsere Anreise fand mit dem Mietauto bis La Pavona statt. Dort erreichten wir einen überwachten Parkplatz direkt an der Bootsablegestelle, an dem das Auto für 10 Dollar pro Tag sicher stehen bleiben konnte. Der letzte Streckenabschnitt musste mit dem Boot über den Kanal erfolgen.

Nach etwa einer Stunde Überfahrt erreichten wir das 500 Einwohnerdorf, was fast wie eine eigene Welt wirkte. Die tiefgrüne Pflanzenwelt verzauberte mich von Beginn an. Nach dem Anlegen begrüßte uns ein Hotelmitarbeiter der uns durch das kleine Dorf zu unserer preiswerten Unterkunft „Cabina Icaco“ am Meer führte, welche für die nächste zwei Nächte unser Domizil sein sollte. Übrigens gibt es in diesem Dorf keine Autos oder andere motorisierten Fahrzeuge. Lediglich Fahrräder werden von den Einheimischen genutzt. Die Hauptwege sind schmale hohe Betonstreifen mit einem eigenen Charme. Zwischendrin befinden sich lediglich Trampelpfade. Die meisten Hütten der Bewohner sind einfache Steinhäuser mit einem Wellblechdach. Unser Hotel besteht ebenso aus kleinen Zimmern, die jedoch völlig ausreichend sind, da ja die Erkundung der Insel, wie ich es immer nannte, im Fokus stand. Nach einer kurzen Orientierung machten wir uns auf den Weg zu Tortuguero Tours, wo wir für den nächsten Tag eine Canopy-Tour gebucht hatten. Die Inhaberin, Jessica, ist eine deutsche Auswanderin, die mittlerweile seit vier Jahren in Tortuguero wohnt und sich dort ihr kleines Reich aufgebaut hat. Mit ihr sind wir schnell für längere Zeit ins Gespräch gekommen und sie hat natürlich auch über die Schwierigkeiten in diesem Land gesprochen. Sei es zu einem die ärztliche Versorgung und auf der anderen Seite die hohen Lebenshaltungskosten für Einheimische im Land. Sie gab uns noch einige Restauranttipps und dann begaben wir uns auf Futtersuche. Wir schlenderten die gemütliche „Hauptstraße“ entlang. Diese besteht aus einer Reihe kleiner Shops, Cafés und Bars. Zum Abendbrot ist besonders das günstige einheimische Casado und Gallo Pinto zu empfehlen. Kurz übersetzt ist das Reis mit schwarzen Bohnen und wahlweise Hühnchen oder Fisch in verschiedenen Variationen. Sehr sehr lecker und auch noch gesund. Weiterhin entdeckten wir eine Kirche sowie eine Schule. Trotz des wachsenden Tourismus hat das Dorf sein eigenes Flair und nichts von seiner Ursprünglichkeit verloren.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker weltreiseunmenschlich um 5:00 Uhr, da wir 5:45 Uhr mit dem Tourguide Francisco zu unserem Ausflug verabredet waren. Da in der aktuellen Regenzeit generell nicht sehr viel los ist, bekamen wir sozusagen eine Privattour. Nicht unbedingt das Schlechteste. Zum munter werden gab es einen Kaffee und danach liefen wir zum Eingang des Nationalparks (Eintritt kostet hier stolze 15 Dollar pro Person/Tag). Wir stiegen in unser Kanu mit Elektromotor ein. Bei einer dreistündigen Tour durch die Kanäle bestaunten wir die Pflanzen- und Tierwelt, teilweise mit einem Fernglas zur genauen Beobachtung für die schwachen Augen. 😉 Nach einer kurzen Siesta in der hoteleigenen Hängematte nutzten wir unsere Eintrittskarte für den Nationalpark aus und wanderten einen Trail den Dschungel entlang. Da es am Vortag stark geregnet hatte, liefen wir mit unseren Turnschuhen direkt los liefen wir – nachdem wir bereits ein bisschen gelaufen waren – wieder zurück und liehen uns am Eingang ein paar Gummistiefel, um heil durch die Matschpfützen zu gelangen beziehungsweise zu springen.

Den Rückweg bestritten wir am Strand entlang. Tortuguero ist die Heimat etlicher Meeresschildkröten und das wichtigste Nistgebiet der bedrohten Grünen Meeresschildkröte in der gesamten Karibik. Juni bis August sind dabei Nistzeiten für die häufig vertretene Grüne Meeresschildkröte. Um jedoch mit etwas Glück das Schlüpfen zu beobachten, muss eine Extratour bei Dunkelheit gebucht werden, da der Strand ab 18 Uhr nicht mehr ohne Guide betreten werden darf. Darauf verzichteten wir und staunten bei Sonnenlicht über die riesigen Abdrücke, große Löcher (gegraben von den Schildis) und aufgebrochenen Eierschalen im Sand.

Am nächsten Tag stand schon die Abreise aus dem schnuckeligen Dorf an. Wie auch hinwärts gelangten wir mit einem Boot zum Festland zurück. Diesmal erwischten wir einen ambitionierten Kapitän, welcher uns mit hoher Geschwindigkeit und ein paar Kurveneinlagen in der Hälfte der Zeit und einer Menge Gaudi zurück beförderte. Zur Freude von Mika natürlich. Und ein Glück, unser Mini-Jeep Daihatsu Bego stand unversehrt auf dem Parkplatz. Wir starteten den Motor und begaben uns auf die etwa dreistündige Weiterreise der Küste entlang nach Cahuita.

Dort bezogen wir unser Deluxe Baumhaus mit Pool inmitten des Dschungels. Die französischen Eigentümer bauten auf ihrem Anwesen fünf liebevoll gebaute Unterkünfte. In der Regenzeit ist die Buchung der Unterkunft preislich sehr erschwinglich. Die vollausgestattete Küche im Freien nutzten wir somit jeden Tag. Denn gerade das Frühstück ist hier ebenfalls, wie in Nordamerika, wenig abwechslungsreich. Die meisten Einheimischen essen auch am Morgen Reis mit Bohnen, Ei und schlabbriges Weißbrot. Wir haben unsere eigene Gourmetpalette zum Frühstück um Einiges erweitert. So isst Meik gern einen Pancake (natürlich aus Vollkornteig – Doppelschwör), während ich ganz versessen auf gebratene Kochbanane geworden bin. Diese schmeckt sowohl mit Ahornsirup als auch mit Salz. Dazu ein leckeres Porridge mit frischen günstigen Früchten (Ananas, Papaya und Drachenfrucht). Highlight bleibt natürlich, wenn wir ein normales Baguette oder Brötchen ergattern, welches nicht aus Luft besteht und trocken ist (ihr wisst schon was ich meine). Denn ein Vollkornbrötchen oder dergleichen sucht man hier leider vergebens.

Zurück im Text. 🙂 Die kommenden Tage nutzten wir also vor allem zum entspannen, planschen, planen und Sport treiben. Für einen Ausflug in den nahegelegene Nationalpark war das Wetter leider zu schlecht. Am letzten Tag erkundeten wir noch die Umgebung bis zur Grenze nach Panama. Das letzte kleine Örtchen Manzanillo war sehr beschaulich, allerdings nichts Besonderes wie in einigen Reiseführern angepriesen. Auf dem Rückweg hielten wir in Puerto Viejo an. Das ehemalige Fischerdorf ist heute wohl die heimliche Metropole an Costa Ricas Karibikküste. Aus der kleinen, ruhigen Siedlung ist ein bunter Partyort geworden. In der Nebensaison herrscht jedoch eine entspannte Atmosphäre. Wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen am Strand und beobachteten etliche Surfer, von Anfängern bis Profis, beim Wellenreiten. Das Baden ist auch hier sehr gefährlich aufgrund der starken Strömungen. Doch für eine kleine Erfrischung reicht es allemal.

Insgesamt ist die Karibikküste sehr vielfältig. Sie fasziniert mit unberührten Stränden, dem dichten Regenwald mit exotischen Tieren und der entspannten Kultur. Rundum eine super Gegend für einen abwechslungsreichen Urlaub (mit Kind).

Es bleibt spannend wie es an der Pazifikküste weiter geht.

Ein Kommentar bei „Costa Rica’s Karibikküste“

  1. Traumhafte Bilder👍
    Ebenso unvergesslich sind sicher eure Erlebnisse🌝
    Passt auf euch auf!
    Auf nach Ecuador✈

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